Nach Kanam und Aberdeen muss jetzt ein dritter Anbieter offener Immobilienfonds einen Fonds liquidieren. Wie die Welt Online berichtet, ist nun auch ein offener Immobilienfonds von Morgan Stanley zusammengebrochen. Die Liquidation des P2 Value wurde heute bekanntgegeben. Die Fondsgesellschaft konnte die Immobilien im Bestand nicht so schnell verkaufen, wie die Zahl der Anleger anstieg, die ihre Beteiligungen am Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value in Deutschland zurückgeben wollten.
Der offene Immobilienfonds von Morgan Stanley P2 Value war erst im November 2005 aufgelegt worden. Die Immobilienmärkte auf globaler Ebene befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf halbem Weg zum Höhepunkt des Aufschwungs. Der offene Immobilienfonds erwarb den Hauptanteil des Immobilienportfolios 2006 und 2007, als der Markt nahezu den Peak erreicht hatte. Die Konzentration auf Immobilien in Fernost kurz vor der Krise 2008 und 2009 in der die Immobilienpreise auf globaler Ebene zusammenbrachen, gab vielen Experten ebenfalls zu denken.
Prinzipiell ist ein offener Immobilienfonds mit Problemen behaftet, da es sich bei einer Investition in Immobilien um eine langfristige Kapitalanlage handelt. Dadurch, dass für offene Immobilienfonds die Anteile jedoch täglich erworben oder veräußert werden können, ergibt sich bei einem Ansturm der Kunden, die ihre Anteile zurückgeben, eine enorme Finanzierungslücke. Eine große Immobilie aus dem Portfolio zu veräußern, um die durch die Rückgabe vieler Anteile abzudecken, ist jedoch in der Regel nicht sofort möglich – letztendlich sind Immobilien langfristige Kapitalanlagen, die nicht wie Aktien einfach kurzfristig verkauft werden können.
Die gesetzliche Regelung, die bestimmte Fristen für die Rückgabe von Anteilen offener Immobilienfonds festlegt, soll künftig Situationen wie aktuell beim Morgan Stanley P2 Value verhindern.
Kommentar hinterlassen