Sep

19

2012

Mietbürgschaft für Vermieter

Abgelegt in Allgemein

Der Vermieter kann mit dem Mieter beim Abschluss eines Mietvertrages eine Kaution vereinbaren. Die Modalitäten sind frei verhandelbar. Wie der Deutsche Mieterbund berichtet, darf die Kaution das Dreifache der monatlichen Kaltmiete nicht übersteigen. Leistet der Mieter die Kaution in bar, muss sie der Vermieter auf einem gesonderten Kautionskonto anlegen und verzinsen. In der Praxis gibt es immer wieder Streit über die ordnungsgemäße Anlage der Kaution und deren Verzinsung.

Mietbürgerschaft als Alternative zur Barkaution
Vermieter und Mieter können stattdessen vereinbaren, dass der Mieter die Kaution in Form einer Mietbürgerschaft leistet. In diesem Fall verbürgt sich eine vom Mieter gewählte Bank für eventuelle Forderungen des Vermieters. Die Bank verspricht, für Ansprüche des Vermieters aus dem Mietverhältnis einzustehen, für die im Rahmen der Schadensersatzpflicht des Mieters (hier ein interessantes Urteil zu dieser Thematik: http://www.urteile-im-internet.de/archives/BGH-VIII-ZR-302-07.html) verantwortlich ist. Inzwischen bieten auch Direktbanken solche Bankbürgschaften an. Da diese Banken ohne große Filialstrukturen arbeiten, fällt der Kostenaufwand geringer aus, so dass der Mieter auch hiervon profitiert.

Eine solche Bürgschaft bringt für beide Parteien Vorteile. Der Mieter braucht gerade zum Zeitpunkt seines kostenaufwendigen Umzugs seine Liquidität nicht zusätzlich zu strapazieren und zahlt stattdessen an die Bank nur eine Grundgebühr sowie meist eine Jahresgebühr, die sich prozentual nach der verbürgten Summe richtet. Meist ist der Kostenaufwand geringer als der einer Kautionsversicherung, die Versicherungsunternehmen im gleichen Sinne anbieten.

Selbstschuldnerische Gestaltung ist wichtig
Wichtig ist, dass die Mietbürgerschaft selbstschuldnerische Bürgschaft ausgestaltet ist. Sie ist auf erstes Anfordern fällig. Der Vermieter kann sich die Kautionssumme sofort im Schadensfall auszahlen lassen, ohne dass die bürgende Bank die Anspruchsgrundlage prüfen darf oder prüfen muss. Auch der Mieter kann die Auszahlung nicht verhindern.

Der Vermieter erspart sich einen teils erheblichen Verwaltungsaufwand für die Anlage einer Barkaution und schont die Liquidität des Mieters, die dieser für die Einrichtung der Wohnung und für die Zahlung der Mieten verwenden kann. Finanziell schwächer gestellte Mieter brauchen ihr Girokonto nicht zu überziehen oder einen Kredit zu beantragen und sind weniger überschuldungsgefährdet.

Weitere interessante Informationen zum Thema Mietbürgerschaft finden sich hier.

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